Ratten vertreiben: Was wirkt, was nicht

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Ratten vertreiben funktioniert dauerhaft nur über zwei Dinge: Futter entziehen und Zugänge verschließen. Gerüche, Ultraschall und Hausmittel wirken bestenfalls kurz, weil Ratten sich schnell daran gewöhnen. Ist ein Befall bereits im Haus oder hat sich ein Bau gebildet, sind Fallen oder ein Schädlingsbekämpfer meist unvermeidbar.

Kurz gesagt

Was wirkt: Futterquellen beseitigen, Löcher über etwa 2 cm verschließen, eine Rückstauklappe gegen Ratten aus dem Kanal einbauen und Verstecke im Garten räumen. Was kaum wirkt: Ultraschallgeräte, Pfefferminzöl, Chili, Katzenhaare und Lärm. Wann Fallen nötig sind: wenn Ratten im Gebäude leben, Kot in Wohnräumen auftaucht oder ein Bau mit mehreren Tieren besteht.

Was Ratten an einem Ort hält

Ratten bleiben, wo sie drei Dinge finden: Futter, Wasser und geschützte Nistplätze. Eine Wanderratte braucht täglich etwa 25 bis 30 g Nahrung und lebt meist in einem Radius von wenigen Dutzend Metern um ihren Bau. Solange diese Ressourcen verfügbar sind, kehrt sie zurück oder wird durch neue Tiere ersetzt. Vertreiben heißt deshalb vor allem, den Ort unattraktiv zu machen.

Methoden zum Ratten vertreiben im Vergleich

MethodeWirkungEinordnung
Futterquellen entfernenHoch, dauerhaftGrundlage jeder Maßnahme
Zugänge verschließenHoch, dauerhaftMit Metall, Mörtel oder Drahtgitter
Rückstauklappe mit RattensperreHoch bei Zugang über KanalFachbetrieb für Sanitär
Verstecke beseitigenMittel bis hochHolzstapel, Gerümpel, dichtes Gestrüpp
Bau stören, Haufen umsetzenMittel, kurzfristigHilft im Garten in Kombination
UltraschallgeräteGering, GewöhnungKein belastbarer Dauereffekt
Duftstoffe, HausmittelGering, kurzfristigRatten weichen allenfalls kurz aus
KatzeUnsicherViele Katzen meiden ausgewachsene Wanderratten

Hintergründe zu den schwachen Methoden findest du bei Ultraschall gegen Ratten und Hausmittel gegen Ratten.

Was wirklich wirkt: Schritt für Schritt

  1. Futter sichern: Mülltonnen mit schließendem Deckel, kein Vogelfutter am Boden, Tierfutter in Metall- oder Hartplastikbehältern, Fallobst aufsammeln.
  2. Kompost umstellen: Keine gekochten Reste, kein Fleisch, kein Brot. Komposter auf verzinktem Draht. Details bei Ratten im Kompost.
  3. Wasser entziehen: Tropfende Hähne, offene Regentonnen und Wassernäpfe nachts abdecken.
  4. Zugänge suchen: Kellerfenster, Lüftungsgitter, Rohrdurchführungen, Spalten an Türen und Garagentoren. Ratten passen durch Öffnungen ab etwa 2 cm.
  5. Zugänge verschließen: Mit Stahlwolle plus Mörtel, Lochblech oder verzinktem Drahtgitter. Bauschaum und Kunststoff nagen Ratten durch. Mehr bei Ratten aussperren.
  6. Kanalweg prüfen: Bei Ratten im Keller oder in der Toilette eine Rückstauklappe mit Rattensperre einbauen lassen.
  7. Verstecke räumen: Holzstapel mindestens 30 cm vom Boden und Abstand zur Wand, Gerümpel entfernen, Bewuchs an Hauswänden zurückschneiden.

Diese Schritte zeigen erst nach einigen Tagen bis Wochen Wirkung, weil Ratten zunächst nach Alternativen suchen. Bleib konsequent.

Was nur kurz hilft

Ratten sind lernfähig und vorsichtig. Ein neuer, unangenehmer Reiz lässt sie oft für ein paar Tage ausweichen. Bleibt das Futter verfügbar, gewöhnen sie sich daran. Das gilt für Pfefferminzöl, Essig, Chili, Mottenkugeln, Katzenstreu und Ultraschall. Manche dieser Mittel sind zudem für Haustiere oder Menschen in geschlossenen Räumen belastend. Sie ersetzen nie das Entziehen von Futter und Unterschlupf.

Auch das Fluten von Rattenlöchern mit dem Gartenschlauch bringt wenig. Wanderratten legen Baue mit mehreren Ausgängen an und weichen in Nebengänge aus. Zudem ist das Ertränken von Tieren nicht tierschutzgerecht. Sinnvoller ist es, verlassene Löcher nach einigen Tagen ohne Aktivität mit Erde und Steinen zu verschließen. Ob ein Loch noch genutzt wird, prüfst du, indem du es locker mit Zeitungspapier oder Laub zustopfst. Ist es am nächsten Tag wieder offen, ist der Bau aktiv.

Wann Fallen unvermeidbar sind

Dann setzt du tierschutzgerechte Fallen ein, etwa eine passend große Schlagfalle in einer abschließbaren Box, und kontrollierst sie täglich. Eine Übersicht über alle Wege bietet Ratten bekämpfen. Bei großem Befall, Ratten in Wänden oder Mietwohnungen ist ein Schädlingsbekämpfer oder der Vermieter der richtige Ansprechpartner. In vielen Gemeinden besteht außerdem eine Meldepflicht gegenüber dem Ordnungsamt, die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

Häufige Fragen

Welcher Geruch vertreibt Ratten dauerhaft?

Keiner. Pfefferminze, Essig oder Chili lassen Ratten allenfalls ein paar Tage ausweichen. Solange Futter und Unterschlupf vorhanden sind, gewöhnen sie sich an den Geruch und kommen zurück.

Helfen Ultraschallgeräte gegen Ratten?

Ein dauerhafter Effekt ist nicht belegt. Ratten gewöhnen sich an gleichbleibende Töne, und der Schall wird von Wänden und Möbeln abgeschirmt. Als alleinige Maßnahme sind die Geräte nicht geeignet.

Wie lange dauert es, Ratten zu vertreiben?

Wenn du Futter und Zugänge konsequent sperrst, nimmt die Aktivität oft innerhalb von zwei bis vier Wochen deutlich ab. Bei einem bestehenden Bau oder Ratten im Haus dauert es ohne Fallen meist länger oder klappt gar nicht.

Vertreibt eine Katze Ratten?

Nur bedingt. Viele Katzen jagen Mäuse, meiden aber ausgewachsene Wanderratten. Eine Katze kann die Aktivität in der Nähe verringern, löst einen Befall aber selten.