Ratten im Kompost verhindern
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Ratten im Kompost kommen fast immer wegen Essensresten, Wärme und Deckung. Wenn du keine gekochten Speisereste, kein Fleisch und kein Brot mehr kompostierst, den Boden mit verzinktem Draht sicherst und den Haufen regelmäßig umsetzt, verliert dein Kompost seine Anziehungskraft.
- Sofort keine Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Tierfutter mehr auf den Kompost.
- Komposter auf engmaschigen, verzinkten Draht mit höchstens etwa 6 bis 10 mm Maschenweite stellen.
- Geschlossenen Thermokomposter mit Deckel bevorzugen, offene Haufen regelmäßig umsetzen.
- Bei aktivem Befall Fallen in abschließbaren Boxen neben dem Komposter aufstellen.
Warum Ratten den Komposthaufen lieben
Ein Komposthaufen bietet Ratten alles auf kleinem Raum. Er liefert Nahrung, denn Obstreste, Kerne und vor allem gekochte Essensreste sind energiereich. Er ist warm, weil die Zersetzung im Inneren Temperaturen von 40 bis 60 °C erzeugen kann, was besonders im Winter attraktiv ist. Und er bietet Deckung, weil Ratten im lockeren Material Gänge und Nester anlegen, ohne gesehen zu werden.
Wanderratten graben sich häufig von unten in den Komposter oder legen ihren Bau direkt daneben an. Typische Anzeichen sind Löcher von etwa 6 bis 9 cm Durchmesser am Rand, ausgetretene Pfade zum Haufen, angenagte Kunststoffwände und Kot in der Umgebung. Wie du weitere Spuren deutest, steht bei Rattenbefall erkennen.
Was nicht auf den Kompost gehört
| Nicht kompostieren | Besser so |
|---|---|
| Gekochte Speisereste, Nudeln, Reis | Biotonne oder Restmüll, je nach Gemeinde |
| Fleisch, Wurst, Fisch, Knochen | Biotonne oder Restmüll, je nach Gemeinde |
| Milchprodukte, Käse, Eier (ganz) | Biotonne oder Restmüll; zerdrückte Eierschalen sind unproblematisch |
| Brot und Backwaren | Biotonne |
| Tierfutter, Vogelfutterreste | Verschlossen lagern, Reste in die Tonne |
| Fettige Reste, Öl | Restmüll |
Rohe Gemüse- und Obstabfälle, Rasenschnitt, Laub und Kaffeesatz kannst du weiter kompostieren. Auch Obstabfälle locken Ratten, deshalb gräbst du sie am besten in die Mitte des Haufens ein und deckst sie mit Gartenabfällen ab. Was in die Biotonne darf, regelt deine Gemeinde.
Ratten im Kompost: Komposter rattensicher machen
- Leere den Komposter vollständig, falls Ratten ihn bereits besiedelt haben. Trag dabei Handschuhe und am besten eine Atemschutzmaske, weil Staub und Kot aufgewirbelt werden können.
- Heb den Boden unter dem Komposter etwa 10 bis 20 cm tief aus.
- Leg verzinkten Volierendraht mit 6 bis 10 mm Maschenweite aus, der an allen Seiten etwa 10 cm über die Grundfläche hinausragt.
- Stell den Komposter darauf und biege den überstehenden Draht an den Außenwänden hoch oder befestige ihn.
- Prüf Wände und Deckel auf Spalten über 2 cm und schließe sie. Ein Deckel, der schließt, ist Pflicht.
- Setz offene Haufen alle paar Wochen um. Ratten meiden gestörte Bereiche.
Sehr feines Maschendrahtgeflecht aus dünnem Kunststoff hilft nicht, Ratten nagen es durch. Nimm stabiles, verzinktes Metallgitter wie verzinkten Volierendraht mit 6 mm Maschenweite*.
Standort und Umgebung
Ratten bewegen sich gern geschützt an Zäunen, Hecken und Holzstapeln entlang. Stell den Komposter deshalb möglichst frei und nicht direkt an die Hauswand, den Schuppen oder unter dichtes Gebüsch. Halte etwa 1 bis 2 m Abstand zu Gebäuden. Räum Holzstapel, Bretter und Gerümpel in der Nähe weg, weil sie Nistplätze bieten.
Prüf auch andere Futterquellen im Garten: Vogelfutter, das zu Boden fällt, Fallobst, offene Mülltonnen oder Hühnerfutter. Ein rattensicherer Kompost bringt wenig, wenn ein paar Meter weiter das Vogelhaus Körner verstreut. Mehr dazu bei Ratten im Garten und Ratten vorbeugen.
Ein guter Test nach dem Umbau: Streu am Abend eine dünne Schicht Sand oder Mehl auf den Boden rund um den Komposter. Findest du am nächsten Morgen keine Pfotenabdrücke und keine Schwanzschleifspuren, ist der Laufweg wahrscheinlich aufgegeben. Wiederhole den Test nach einer und nach drei Wochen.
Wenn schon Ratten im Kompost leben
Ändern sich die Bedingungen, ziehen manche Ratten von selbst ab. Bei einem bestehenden Bau mit mehreren Tieren reicht das aber oft nicht. Dann kombinierst du die Maßnahmen oben mit Fallen:
- Stell eine Schlagfalle in einer abschließbaren Box direkt an den Laufweg zum Kompost, die Öffnungen parallel zum Pfad.
- Ködere zwei bis vier Tage ungespannt vor, bis der Köder angenommen wird.
- Kontrolliere täglich und entferne Fänge mit Einweghandschuhen.
Igel, Vögel und Katzen besuchen Gärten ebenfalls. Offene Schlagfallen gehören deshalb nie frei auf den Boden. Eine Lebendfalle ist bei Wanderratten nur begrenzt sinnvoll, weil das Aussetzen vielerorts rechtlich problematisch ist. Weitere Methoden findest du unter Ratten bekämpfen.
Häufige Fragen
Lockt jeder Kompost Ratten an?
Nicht zwingend. Ein Kompost nur aus Gartenabfällen, Laub und rohem Gemüse ist deutlich weniger attraktiv. Problematisch werden gekochte Essensreste, Brot und tierische Produkte sowie ein offener Haufen ohne Bodenschutz.
Ist ein Thermokomposter rattensicher?
Ein geschlossener Thermokomposter ist besser als ein offener Haufen, aber ohne Bodengitter nicht rattensicher. Ratten graben sich von unten hinein. Erst mit verzinktem Draht unter dem Boden und dicht schließendem Deckel ist er ausreichend geschützt.
Kann ich den Kompost mit Rattenbefall noch verwenden?
Trag beim Umsetzen und Ausbringen Handschuhe und vermeide Staub. Verwende den Kompost aus einem befallenen Haufen besser nicht für Gemüse, das roh gegessen wird. Im Zweifel fragst du beim Gesundheitsamt nach.