Ratten aussperren: Öffnungen richtig abdichten

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Ein Rattenloch verschließt du dauerhaft nur mit Material, das Ratten nicht durchnagen können: verzinktes Drahtgitter, Lochblech, Edelstahlwolle in Kombination mit Mörtel oder Beton. Ausgewachsene Wanderratten zwängen sich durch Öffnungen von etwa 2 cm, Jungtiere durch noch kleinere. Bauschaum, Silikon und Holz allein halten sie nicht auf.

Kurz gesagt
  • Jede Öffnung über etwa 1 bis 2 cm ist ein möglicher Zugang.
  • Geeignet: Volierendraht verzinkt mit höchstens 6 bis 10 mm Maschenweite, Lochblech, Edelstahlwolle plus Mörtel, Beton.
  • Ungeeignet als alleinige Sperre: Bauschaum, Silikon, Holz, Kunststoff, Fliegengitter.
  • Reihenfolge: erst Ratten fangen, dann abdichten, sonst sperrst du Tiere ein.
  • Abwasser: Rückstauklappe oder Rattensperre im Kanalanschluss.

Warum Abdichten so wirksam ist

Fallen entfernen die Ratten, die schon da sind. Abdichten verhindert, dass neue nachkommen. Ohne diesen Schritt beginnt die Bekämpfung nach einigen Wochen oder Monaten von vorn. Schädlingsbekämpfer kombinieren deshalb immer Fang und bauliche Sperren.

Ratten können sehr gut klettern, springen bis zu etwa 1 m hoch und schwimmen durch Abwasserrohre. Ihre Schneidezähne wachsen ständig nach und sind hart genug für Holz, Kunststoff, Bleche aus Aluminium, weiche Fugen und sogar schwachen Mörtel. Eine Sperre muss also hart, lückenlos und gut verankert sein.

Typische Zugänge am Haus finden

Gehe das Gebäude außen und innen systematisch ab, am besten mit Taschenlampe. Achte auf Schmierspuren an Kanten, Nagespuren und frischen Kot. Diese Stellen sind besonders häufig betroffen:

Je nach Ort helfen dir die Spezialratgeber Ratten im Keller und Ratten im Dach.

Die richtigen Materialien im Vergleich

MaterialEignungEinsatz
Volierendraht verzinkt, 6–10 mm Masche, ab ca. 1 mm DrahtstärkeSehr gutLüftungen, Lichtschächte, Unterboden von Gartenhäusern
Lochblech aus StahlSehr gutLüftungsöffnungen, Türschwellen, Sockel
Edelstahlwolle plus MörtelSehr gutRohr- und Kabeldurchführungen, unregelmäßige Löcher
Beton, ZementmörtelGut bei ausreichender StärkeRisse, Fundamentlöcher, Fugen
Bauschaum, Silikon, AcrylUngeeignet alleinNur als Füllung hinter einer Metallsperre
Holz, Kunststoff, FliegengitterUngeeignetWird durchgenagt

Für die meisten Arbeiten am Haus reichen zwei Materialien: verzinkter Volierendraht mit 6 mm Masche* und grobe Edelstahlwolle*. Edelstahl rostet im Gegensatz zu normaler Stahlwolle nicht und bleibt dadurch über Jahre stabil.

Rattenloch verschließen: Schritt für Schritt

  1. Aktivität prüfen. Das Loch locker mit Zeitungspapier oder Erde verstopfen. Ist es nach ein bis zwei Tagen wieder offen, ist es aktiv. Dann erst Fallen aufstellen, bis keine Aktivität mehr da ist.
  2. Schutz anlegen. Einweghandschuhe, bei Kot und Nistmaterial zusätzlich eine FFP2-Maske. Verschmutzungen befeuchten, aufnehmen und desinfizieren, nicht trocken fegen.
  3. Loch säubern. Lose Steine, Erde und Mörtelreste entfernen, bis fester Untergrund sichtbar ist.
  4. Edelstahlwolle einstopfen. Fest und tief in die Öffnung pressen, sodass sie den gesamten Querschnitt füllt.
  5. Verschließen. Mit Zementmörtel oder schnell abbindendem Reparaturmörtel bündig zuspachteln. Bei großen Öffnungen zuerst ein Stück Drahtgitter oder Lochblech einsetzen und verdübeln.
  6. Kontrollieren. Nach einigen Tagen prüfen, ob an der Stelle oder daneben neue Nagespuren auftauchen.

Sonderfälle: Erde, Abwasser und Dach

Löcher im Erdreich neben Fundamenten oder unter Terrassen verfüllst du nicht nur mit Erde. Grabe stattdessen ein verzinktes Drahtgitter 30 bis 50 cm tief senkrecht ein und knicke das untere Ende etwa 20 cm L-förmig nach außen. So stoßen grabende Ratten auf die Sperre. Mehr dazu unter Ratten unter der Terrasse.

Abwasser ist ein häufig übersehener Zugang. Eine Rückstauklappe mit Rattenschutz oder eine spezielle Rattensperre im Hausanschluss verhindert, dass Tiere über Rohre ins Haus gelangen. Die Montage gehört in Fachhände. Details findest du unter Rattensperre.

Dach und Fassade: Äste in 1 bis 1,5 m Abstand zum Dach zurückschneiden und Fallrohre mit Kragen aus glattem Blech versehen. Ratten können glatte Metallflächen kaum hochklettern.

Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist

Lassen sich Zugänge nicht finden, kommen Ratten über die Kanalisation oder liegen die Schäden in tragenden Bauteilen, ist ein Schädlingsbekämpfer oder Fachhandwerker sinnvoll. In Mietwohnungen ist der Vermieter für bauliche Maßnahmen zuständig, informiere ihn schriftlich. Die vollständige Strategie aus Fang, Futterentzug und Abdichten beschreibt Ratten bekämpfen.

Häufige Fragen

Durch wie kleine Öffnungen passen Ratten?

Ausgewachsene Wanderratten passen durch Öffnungen von etwa 2 cm, junge Tiere durch noch kleinere. Entscheidend ist der Schädel: Passt der Kopf durch, folgt der Körper. Deshalb sollte jede Lücke ab etwa 1 cm verschlossen werden.

Hält Bauschaum Ratten ab?

Nein. Ratten nagen sich in kurzer Zeit durch Bauschaum und nutzen ihn teils sogar als Nistmaterial. Bauschaum eignet sich nur als Füllung hinter einer Sperre aus Metall oder Mörtel.

Hilft normale Stahlwolle?

Für kurze Zeit ja, aber normale Stahlwolle rostet, zerfällt und lässt sich dann leicht herausziehen. Edelstahlwolle ist dauerhaft stabil. In beiden Fällen solltest du die Wolle mit Mörtel fixieren.