Ratten in der Wand: Lösungen

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Diese Seite enthält Affiliate-Links (mit * markiert). Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich.

Ratten in der Wand gelangen fast immer über einen konkreten Zugang in den Hohlraum: ein defektes Abwasserrohr, eine offene Rohrdurchführung oder einen Spalt an der Fassade. Die Lösung besteht deshalb nicht im Aufreißen der Wand, sondern darin, den Zugang zu finden, die Tiere dort abzufangen, wo sie herauskommen, und den Weg danach dauerhaft zu verschließen.

Kurz gesagt
  1. Höre und beobachte, wann und wo das Kratzen auftritt, und suche nach Kot, Schmierspuren und Löchern.
  2. Finde den Zugang: häufig Abwasserleitungen, Rohrdurchführungen, Lüftungsöffnungen oder Spalten am Sockel.
  3. Stelle Fallen an den Austrittsstellen auf, nicht in der Wand.
  4. Verschließe den Zugang erst, wenn keine Ratte mehr drin ist.
  5. Bei Kanalratten oder wiederkehrenden Geräuschen einen Schädlingsbekämpfer und gegebenenfalls einen Sanitärbetrieb einschalten.

Wie Ratten in Hohlwände gelangen

Ratten passen durch Öffnungen ab etwa 2 cm und klettern an rauen Wänden und in Rohren nach oben. Hohlräume in Trockenbauwänden, Vorsatzschalen, Installationsschächten und hinter Verkleidungen bieten ihnen Deckung, Wärme und Laufwege durchs ganze Haus. Die häufigsten Zugänge sind:

Ist es wirklich eine Ratte in der Wand?

Kratzen in der Wand kann auch von Mäusen, Siebenschläfern, Mardern oder Vögeln stammen. Die Zuordnung entscheidet darüber, welche Maßnahmen erlaubt und sinnvoll sind.

BeobachtungWahrscheinlichNächster Schritt
Kratzen und Nagen nachts, Kot 1–2 cm in Keller oder SchachtWanderratteZugang suchen, Fallen an Austrittsstellen
Leises Trippeln, Kot 3–8 mmMausMausefallen, kleine Spalten schließen
Lautes Poltern im Spätsommer und Herbst, DachbereichSiebenschläferGeschützte Art, keine Fallen ohne Genehmigung
Poltern und Fauchen nachts, Dachboden, starker GeruchMarderVergrämung, Jagdrecht beachten
Kratzen am frühen Morgen, Bereich unter DachziegelnVögelBrutzeit abwarten, Naturschutz beachten
Geräusche nahe Bad oder WC, Ratte im Keller oder AbflussKanalratteSanitärbetrieb und Schädlingsbekämpfer

Ein Hinweis auf Ratten ist auch ein muffiger, ammoniakartiger Geruch an Steckdosen oder Fußleisten. Wie du sonstige Anzeichen deutest, steht unter Ratten im Haus.

Ratten in der Wand loswerden: Schritt für Schritt

  1. Geräusche kartieren: Notiere über drei bis vier Nächte, wann und wo du Kratzen hörst. Die Geräusche wandern meist entlang eines Laufwegs, der zum Zugang führt.
  2. Austrittsstellen suchen: Kontrolliere Keller, Hauswirtschaftsraum, Küche, Bad und Dachboden auf Löcher, Nagespuren und Kot, besonders an Rohren, Revisionsklappen und hinter Einbaumöbeln.
  3. Mehltest machen: Streu an Verdachtsstellen eine dünne Schicht Mehl. Frische Pfotenabdrücke zeigen, welche Öffnung genutzt wird.
  4. Fallen aufstellen: Platziere Schlagfallen direkt an den genutzten Öffnungen, Auslöser zur Öffnung hin. Zwei bis vier Tage ungespannt vorködern, dann spannen.
  5. Täglich kontrollieren: Fänge, Köderfraß und neue Spuren notieren. Gehen die Geräusche über eine Woche zurück, wirkt die Maßnahme.
  6. Zugang verschließen: Erst wenn eine Woche lang keine Aktivität mehr da ist, die Öffnung dauerhaft schließen.

Für den Einsatz in Gebäuden eignen sich kräftige Kunststoff-Schlagfallen für Ratten*. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren gehören sie in eine Köderstation.

Zugänge dauerhaft verschließen

Das Material muss nagefest sein. Bauschaum, Silikon, Holz oder Gips allein halten Ratten nicht auf.

Weitere Methoden für Fassade, Keller und Dach findest du unter Ratten aussperren.

Wann die Wand doch geöffnet werden muss

In den meisten Fällen reicht eine kleine Revisionsöffnung, wenn überhaupt. Eine größere Öffnung ist nötig, wenn ein Tier in der Wand verendet ist und der Geruch nach zwei bis drei Wochen nicht nachlässt, wenn Nester in der Dämmung sitzen oder wenn Ratten Kabel angenagt haben. Angenagte Leitungen sind ein Brandrisiko und gehören in die Hände eines Elektrikers.

Hält der Befall trotz Fallen an oder kommen die Ratten aus der Kanalisation, ist ein Fachbetrieb die schnellere Lösung. Was ein Schädlingsbekämpfer leistet, steht unter Kammerjäger für Ratten. In Mietobjekten informierst du zuerst den Vermieter. In vielen Gemeinden ist Rattenbefall meldepflichtig; Auskunft geben Ordnungsamt oder Gesundheitsamt, die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Den Gesamtüberblick bekommst du unter Ratten bekämpfen.

Häufige Fragen

Gehen Ratten von selbst wieder aus der Wand?

Selten. Solange sie dort Unterschlupf und in der Nähe Futter finden, bleiben sie. Ohne Maßnahmen wächst der Befall eher, weil Ratten sich schnell vermehren.

Kann ich Rattengift in die Wand legen?

Davon ist abzuraten. Vergiftete Ratten sterben oft im Hohlraum und verursachen wochenlangen Verwesungsgeruch. Außerdem dürfen viele wirksame Rodentizide nur von sachkundigen Verwendern und nur in Köderstationen eingesetzt werden.

Was tun gegen den Geruch einer toten Ratte in der Wand?

Zuerst die Stelle über Geruch und Fliegen eingrenzen. Lässt sich das Tier über eine kleine Öffnung entfernen, ist das die beste Lösung. Sonst lässt der Geruch je nach Temperatur meist nach einigen Wochen nach; gutes Lüften hilft in der Zwischenzeit.

Wer zahlt bei Ratten in der Wand einer Mietwohnung?

In der Regel ist der Vermieter für die Bekämpfung und die Reparatur von Zugängen zuständig, sofern der Mieter den Befall nicht verursacht hat. Informiere ihn schriftlich und zeitnah. Bei Unklarheiten helfen Mieterverein oder eine Rechtsberatung weiter.