Ratten im Dach bekämpfen
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Ratten im Dach kommen meist über Fallrohre, Kletterpflanzen, überhängende Äste oder Hohlwände nach oben. Um sie loszuwerden, brauchst du zwei Dinge: Fallen an den Laufwegen auf dem Dachboden oder in der Zwischendecke und eine dauerhafte Sperre der Zugänge. Erst wenn beides passiert, wird es oben wieder ruhig.
- Bestätige den Befall mit Kot, Schmierspuren oder Nagespuren, denn Marder und Siebenschläfer klingen ähnlich.
- Stelle Schlag- oder elektrische Fallen entlang von Balken, Traufen und Wänden auf und kontrolliere sie täglich.
- Kürze Äste auf etwa 1,5 m Abstand zum Dach, sichere Fallrohre und verschließe Öffnungen ab etwa 2 cm.
- Bei Befall in nicht zugänglichen Zwischendecken holst du einen Schädlingsbekämpfer.
Wie Ratten aufs Dach kommen
Ratten klettern gut, besonders die Hausratte, die in Deutschland seltener geworden ist und bevorzugt in oberen Stockwerken lebt. Aber auch die Wanderratte gelangt nach oben, wenn sie Halt findet. Typische Wege:
- Fallrohre und Regenrinnen: Ratten klettern an rauen Rohren oder in der Lücke zwischen Rohr und Wand hoch.
- Kletterpflanzen: Efeu, wilder Wein und Spaliere sind ideale Leitern.
- Äste: Überhängende Zweige führen direkt auf Dach und Traufe.
- Hohlwände und Installationsschächte: Im Inneren steigen Ratten entlang von Rohren und Kabeln vom Keller bis unters Dach.
- Lücken unter Ziegeln und an der Traufe: Fehlende Vogelschutzgitter oder beschädigte Lüfterziegel öffnen den Weg.
Wenn die Geräusche aus der Wand kommen und sich nach oben bewegen, lohnt ein Blick in den Ratgeber Ratten in der Wand.
Ratten im Dach erkennen
Nächtliches Trappeln, Kratzen und Nagen über der Decke sind typische Hinweise. Da Marder und Siebenschläfer ähnliche Geräusche machen, brauchst du eine Bestätigung durch Spuren. Rattenkot ist etwa 1 bis 2 cm lang, länglich und dunkel. Dazu kommen dunkle Schmierspuren an Balken und Nagespuren an Holz, Kabeln und Dämmung. Zerwühlte Dämmwolle mit Nestern ist ein deutliches Zeichen. Lauter Lärm mit Poltern und Fauchen spricht eher für einen Marder, gegen den Rattenfallen weder geeignet noch zulässig sind.
Welche Fallen auf dem Dachboden funktionieren
| Fallentyp | Eignung im Dach | Hinweis |
|---|---|---|
| Schlagfalle | Sehr gut | Auf Balken festschrauben, quer zum Laufweg |
| Elektrische Falle | Gut | Trocken aufstellen, Batterie regelmäßig prüfen |
| Lebendfalle | Eingeschränkt | Nur wenn du zweimal täglich hinaufkommst |
| Gift | Ungeeignet | Tote Ratten in Hohlräumen verwesen und riechen wochenlang |
| Klebefalle | Nicht zulässig | Nicht tierschutzgerecht, auch für Vögel gefährlich |
Eine Schlagfalle in Rattengröße ist auf dem Dachboden meist die beste Wahl. Sie fängt zuverlässig und lässt sich auf Balken festschrauben, sodass eine getroffene Ratte nicht mit der Falle in einen Hohlraum flüchtet. Eine elektrische Rattenfalle ist sauberer und meldet bei manchen Modellen einen Fang, braucht aber einen trockenen Standort. Robuste Kunststoffmodelle findest du unter Rattenschlagfalle aus Kunststoff*.
Fallen im Dach richtig aufstellen
- Suche Laufwege an Balken, Fußpfetten, entlang der Traufe und an Rohrdurchführungen.
- Stelle zwei bis vier Fallen auf, bei großen Dachböden mehr, im Abstand von einigen Metern.
- Befestige Fallen auf Balken mit einer Schraube oder einem Draht, damit sie nicht herunterfallen.
- Ködere zwei bis vier Tage ungespannt vor, dann spannst du die Fallen.
- Kontrolliere täglich. Riecht es auffällig, suche nach einem Tier, das außerhalb der Falle verendet ist.
Zugang sperren: die dauerhafte Lösung
Fallen beseitigen die Ratten, die schon da sind. Ohne Abdichten ziehen neue nach. Diese Maßnahmen haben sich bewährt:
- Äste so zurückschneiden, dass sie mindestens etwa 1,5 m Abstand zum Dach haben.
- Kletterpflanzen unterhalb der Traufe kürzen.
- Fallrohre mit einer Manschette oder einem glatten Blechkragen sichern, über den Ratten nicht klettern können.
- Lücken an Traufe und First mit Vogelschutzgitter oder engmaschigem Draht verschließen, etwa verzinkter Volierendraht mit 6 mm Maschenweite*.
- Rohr- und Kabeldurchführungen mit Stahlwolle und Mörtel oder Metallplatten abdichten. Bauschaum allein wird durchgenagt.
Verschließe Zugänge erst, wenn keine Ratten mehr im Dach sind. Sonst sperrst du Tiere ein, die verenden oder sich neue Wege durch Decke und Dämmung nagen. Weitere Techniken beschreibt der Ratgeber Ratten aussperren. Weil Ratten im Herbst verstärkt in Gebäude ziehen, lohnt sich die Kontrolle besonders vor der kalten Jahreszeit, wie unter Ratten im Winter beschrieben.
Wann du einen Profi brauchst
Liegen die Ratten in einer nicht zugänglichen Zwischendecke oder in der Dachschräge, kommst du mit Fallen kaum heran. Auch bei angenagten Stromkabeln, starkem Geruch oder anhaltendem Befall nach zwei bis drei Wochen ist ein Fachbetrieb sinnvoll. Wie du einen findest und was er macht, erklärt der Ratgeber Kammerjäger für Ratten. Den Gesamtplan zeigt Ratten bekämpfen. Mieter melden den Befall dem Vermieter.
Häufige Fragen
Können Ratten Stromkabel im Dach anfressen?
Ja, Ratten nagen an Kabelisolierungen. Das kann Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall Brände verursachen. Lass beschädigte Leitungen von einer Elektrofachkraft prüfen.
Ist es eine Ratte oder ein Marder im Dach?
Marder sind deutlich lauter, poltern und fauchen und hinterlassen größeren, oft wurstförmigen Kot mit Haaren oder Kernen. Rattenkot ist kleiner und gleichmäßiger. Im Zweifel hilft ein Fachbetrieb bei der Bestimmung.
Was tun gegen Geruch einer toten Ratte im Dach?
Suche das Tier mit Handschuhen und Maske und entsorge es in einer verschlossenen Tüte. Ist es in einem Hohlraum nicht erreichbar, verschwindet der Geruch meist nach einigen Wochen. Ein Schädlingsbekämpfer kann bei der Ortung helfen.