Ratte in der Toilette: Was tun?
Ratten in der Toilette kommen fast immer aus der Kanalisation: Wanderratten schwimmen und klettern durch Abwasserrohre und können über den Siphon bis in die Kloschüssel gelangen. Selten ist das nicht, aber es lässt sich verhindern. Akut hilft Deckel zu und beschweren, dauerhaft schützt eine Rattensperre in der Abwasserleitung.
- Sofort: Deckel schließen, mit einem schweren Gegenstand beschweren, Kinder und Haustiere fernhalten.
- Nicht: Gift in die Toilette kippen, die Ratte mit der Hand anfassen oder mit Spülen ertränken wollen.
- Dauerhaft: Rattensperre oder Rückstauverschluss mit Rattenschutz von einem Sanitärbetrieb einbauen lassen.
- Melden: Vermieter, Hausverwaltung und je nach Gemeinde das Ordnungsamt oder den Kanalnetzbetreiber informieren.
Wie kommen Ratten in die Toilette?
Wanderratten leben in vielen Städten in der Kanalisation. Sie sind gute Schwimmer, können mehrere Minuten tauchen und klettern in senkrechten Rohren mit etwa 5 bis 10 cm Durchmesser nach oben, indem sie sich an den Wänden abstützen. Der Wassersiphon unter der Toilette ist für sie kein großes Hindernis. Eingänge entstehen vor allem durch:
- Beschädigte Hausanschlussleitungen: Risse, verschobene Muffen oder Wurzeleinwuchs öffnen den Weg aus dem Erdreich.
- Stillgelegte Leitungen: Offene Rohre nach Umbauten, die nicht fachgerecht verschlossen wurden.
- Erdgeschoss und Keller: Je kürzer der Weg vom Kanal zur Toilette, desto wahrscheinlicher der Aufstieg.
- Futter im Abwasser: Essensreste, die über die Toilette entsorgt werden, locken Ratten an.
Wie gut Ratten tauchen und klettern, erklären wir ausführlich unter Wissen über Ratten.
Ratte in der Toilette: was du sofort tust
- Ruhe bewahren und Deckel schließen. Eine Ratte in der Schüssel will meist nur zurück oder hinaus. Ein geschlossener Deckel hält sie fest.
- Deckel beschweren. Ein Wassereimer oder ein Stapel Bücher verhindert, dass die Ratte den Deckel anhebt.
- Raum sichern. Badezimmertür schließen, Kinder und Haustiere fernhalten.
- Warten. Oft zieht sich die Ratte nach einiger Zeit wieder durch den Siphon zurück. Kein Spülen, solange sie sichtbar ist.
- Hilfe holen. Bleibt die Ratte, rufe einen Schädlingsbekämpfer. In Mietwohnungen informierst du zuerst Vermieter oder Hausverwaltung.
- Reinigen. Danach Schüssel, Brille und Boden mit Einweghandschuhen reinigen und desinfizieren, Hände gründlich waschen.
Rattensperre: der dauerhafte Schutz
Eine Rattensperre wird in die Abwasserleitung zwischen Haus und Kanal eingebaut. Sie lässt Abwasser durch, hindert Ratten aber am Aufstieg. Es gibt verschiedene Bauarten:
| Lösung | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| Rattensperre mit Klappe | Edelstahlklappe öffnet nur in Fließrichtung | Einbau im Revisionsschacht oder in der Grundleitung |
| Rückstauverschluss mit Rattenschutz | Schützt vor Rückstau und Ratten zugleich | Bei Kellerentwässerung oft ohnehin sinnvoll |
| Rohrmanschette oder Lamellensperre | Federnde Lamellen im Rohr | Einfachere Lösung, regelmäßig prüfen |
Der Einbau gehört in die Hand eines Sanitär- oder Kanalbaubetriebs, weil die Leitung geöffnet und anschließend dicht und normgerecht verschlossen werden muss. Vorher lohnt sich oft eine Kamerabefahrung der Leitung, um Schäden zu finden, durch die Ratten auch außerhalb der Sperre eindringen. Mehr zu Bauarten und Wartung unter Rattensperre.
- Wenn die Ratte einmalig aufgetaucht ist und das Haus an einen alten Kanal angeschlossen ist, dann lass die Leitung prüfen und eine Sperre einbauen.
- Wenn Ratten wiederholt kommen, dann liegt fast immer ein Leitungsschaden vor. Eine Sperre allein reicht dann nicht.
- Wenn du zur Miete wohnst, dann ist der Einbau Sache des Eigentümers.
Vorbeugen im Alltag
Ratten im Kanal ernähren sich auch von Speiseresten, die über Toilette und Spüle entsorgt werden. Gib deshalb keine Essensreste, kein Fett und kein Katzenstreu in die Toilette. Halte den Toilettendeckel geschlossen, vor allem in Erdgeschosswohnungen. Prüfe außerdem Bodenabläufe im Keller, die oft ohne Geruchsverschluss oder mit ausgetrocknetem Siphon offen liegen. Gieße selten benutzte Abläufe regelmäßig mit Wasser nach. Weitere Maßnahmen gegen Zugänge findest du unter Ratten aussperren.
Ein Toilettendeckelschloss, wie es zur Kindersicherung verkauft wird, verhindert zusätzlich, dass eine Ratte den Deckel von innen anhebt. Das ersetzt keine Rattensperre, gibt aber bis zum Einbau mehr Sicherheit, etwa in Ferienwohnungen oder selten genutzten Gäste-WCs.
Wenn Ratten auch im Haus sind
Eine Ratte in der Toilette ist manchmal nur ein Symptom. Findest du zusätzlich Kot, Nagespuren oder hörst Geräusche in Wänden, sind Ratten vermutlich über weitere Wege eingedrungen. Dann helfen Fallen entlang der Laufwege und das Abdichten aller Öffnungen. Hinweise dazu findest du unter Ratten im Haus und Ratten im Keller. Den Gesamtüberblick bietet Ratten bekämpfen.
Häufige Fragen
Wie oft kommen Ratten durch die Toilette?
Es ist kein Massenphänomen, kommt aber in Städten regelmäßig vor, vor allem in Erdgeschoss- und Kellerwohnungen mit alten Leitungen. Nach Starkregen, Kanalarbeiten oder Bekämpfungen im Kanal steigt die Zahl der Fälle.
Kann eine Ratte zweimal kommen?
Ja. Wenn der Weg einmal funktioniert hat, nutzen Ratten ihn erneut. Deshalb ist eine bauliche Lösung wie eine Rattensperre die einzige dauerhafte Hilfe.
Wer zahlt die Rattensperre?
Grundsätzlich der Eigentümer des Gebäudes, weil die Hausanschlussleitung zu seinem Verantwortungsbereich gehört. In Mietwohnungen trägt in der Regel der Vermieter die Kosten. Im Einzelfall entscheiden Mietvertrag und örtliche Satzung.