Ratten im Keller bekämpfen

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Ratten im Keller kommen fast immer über einen konkreten Zugang: einen defekten Abwasseranschluss, einen offenen Lichtschacht, ein undichtes Kellerfenster oder eine Rohrdurchführung. Bekämpfen heißt deshalb zweierlei: die Tiere im Keller mit Fallen fangen und den Eingang dauerhaft schließen. Wer nur Fallen stellt, hat in wenigen Wochen die nächsten Ratten.

Kurz gesagt

Suche zuerst den Zugang: Bodenabläufe, Lichtschächte, Rohrdurchführungen und Kellerfenster. Stelle zwei bis drei Schlagfallen quer zur Wand an die Laufwege, ködere vor und kontrolliere täglich. Dichte Öffnungen ab etwa 2 cm mit Drahtgeflecht, Mörtel oder Metall ab, nicht mit Bauschaum. Kommen die Ratten aus der Kanalisation, hilft eine Rattensperre im Abwasserrohr.

Woran du Ratten im Keller erkennst

Im Keller fallen Ratten oft erst spät auf, weil dort selten jemand ist. Typische Zeichen sind spindelförmiger Kot von etwa 1,5 bis 2 cm Länge entlang der Wände, angefressene Vorräte, zernagte Kartons und dunkle Schmierspuren an Rohren und Türschwellen. Nachts hörst du manchmal Kratzen oder Trippeln. Ein beißender, ammoniakartiger Geruch weist auf einen länger bestehenden Befall hin. Eine Übersicht aller Zeichen findest du unter Rattenbefall erkennen.

So kommen Ratten in den Keller

ZugangTypisches ZeichenAbhilfe
Bodenablauf, WC, AbwasserrohrKot und Nässe rund um den Ablauf, verschobener DeckelRattensperre oder Rückstauverschluss, Deckel sichern
LichtschachtLaub, Kot und Nest im SchachtGitter mit feinem Drahtgeflecht abdecken
Kellerfenster, LüftungsgitterAngenagte Rahmen, Spalten unter dem FensterVolierendraht, Metallgitter, Dichtung erneuern
Rohr- und KabeldurchführungenSchmierspuren am Rohr, Mörtel ausgebrochenMit Mörtel oder Metallmanschette verschließen
Risse im Mauerwerk, FugenErdhaufen, Grabspuren außen am FundamentMauerwerk ausbessern, Fundament prüfen

Wanderratten passen durch Öffnungen ab etwa 2 cm Breite und nagen sich durch Holz, Kunststoff und weichen Mörtel. Kommen die Tiere aus dem Kanal, ist ein defekter Hausanschluss oft die Ursache. Wie eine Rattensperre im Abwasserrohr funktioniert, erklären wir separat.

Ratten im Keller bekämpfen: Schritt für Schritt

  1. Futter entfernen. Vorräte, Tierfutter, Getränkekisten mit Resten und Altpapier in verschlossene Metall- oder Hartplastikbehälter. Solange Futter frei zugänglich ist, gehen Ratten kaum an Köder.
  2. Laufwege finden. Kot, Schmierspuren und Pfotenabdrücke zeigen, wo die Tiere entlanglaufen. Fast immer an Wänden und hinter Regalen.
  3. Fallen aufstellen. Zwei bis drei Rattenfallen pro Raum mit Befall, im rechten Winkel zur Wand, Köderfach zur Wand. Eine Schlagfalle aus Kunststoff ist im Keller meist die einfachste Lösung.
  4. Vorködern. Zwei bis vier Nächte ungespannt mit einer erbsengroßen Menge Erdnussbutter. Erst spannen, wenn der Köder regelmäßig weg ist.
  5. Täglich kontrollieren. Jeden Morgen nachsehen, Fänge mit Handschuhen entfernen, Falle neu ködern und am selben Platz wieder spannen.
  6. Zugang schließen. Sobald einige Nächte lang nichts mehr gefangen wird und keine frischen Spuren auftauchen, die Öffnungen dauerhaft verschließen. Wer vorher abdichtet, sperrt Ratten im Keller ein.

Ausführliche Hinweise zur Platzierung findest du unter Rattenfalle aufstellen.

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Für wen: Keller ohne frei laufende Haustiere oder Kinder.

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Zugänge dauerhaft abdichten

Bauschaum, Silikon und Holz halten Ratten nicht auf, sie nagen sich in Stunden durch. Bewährt haben sich Materialien, an denen die Zähne keinen Halt finden:

Verzinkten Volierendraht* bekommst du im Handel als Rolle. Weitere Methoden findest du unter Ratten aussperren.

Wann du einen Profi brauchst

Wenn du nach zwei Wochen konsequenter Fallenarbeit noch frische Spuren findest, Ratten tagsüber siehst oder den Zugang nicht findest, ist ein Schädlingsbekämpfer sinnvoll. Er kann auch Kanalanschlüsse prüfen und, falls nötig, Rodentizide fachgerecht einsetzen, was Privatleuten nur eingeschränkt erlaubt ist. Was das kostet und wie du einen Betrieb findest, steht unter Kammerjäger für Ratten. Den Gesamtüberblick über alle Methoden bietet Ratten bekämpfen.

Häufige Fragen

Wie kommen Ratten in einen geschlossenen Keller?

Meist über Abwasserleitungen, Bodenabläufe, Lichtschächte oder Rohrdurchführungen. Wanderratten zwängen sich durch Öffnungen ab etwa 2 cm und können in Rohren aufwärts klettern.

Gehen Ratten von allein wieder aus dem Keller?

Selten. Ein Keller bietet Schutz, gleichbleibende Temperaturen und oft Futter. Ohne Fallen und Abdichtung bleibt der Befall bestehen und wächst.

Welche Falle ist im Keller am besten?

Ohne Haustiere oder Kinder ist eine Kunststoff-Schlagfalle in Rattengröße meist die einfachste Lösung. Elektrische Fallen sind eine geschlossene Alternative. Klebefallen sind nicht tierschutzgerecht.

Muss ich Ratten im Keller melden?

Das hängt von Bundesland und Gemeinde ab. In vielen Kommunen besteht eine Meldepflicht oder zumindest eine Bekämpfungspflicht für Eigentümer. Frag im Zweifel beim Ordnungsamt nach, als Mieter informierst du den Vermieter.