Rattenbiss: Was jetzt zu tun ist
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Nach einem Rattenbiss solltest du die Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife ausspülen, desinfizieren und noch am selben Tag einen Arzt aufsuchen. Ein Rattenbiss ist meist klein, kann aber Bakterien tief ins Gewebe bringen. Der Arzt entscheidet über Tetanusschutz, Wundversorgung und eine mögliche Behandlung gegen Infektionen.
- Wunde mehrere Minuten unter fließendem Wasser mit Seife ausspülen.
- Mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln und steril abdecken.
- Noch am selben Tag zum Hausarzt oder in die Notaufnahme, auch bei kleinen Bissen.
- Tetanus-Impfpass mitnehmen.
- In den folgenden Tagen auf Fieber, Rötung, Schwellung, Gelenkschmerzen oder Ausschlag achten und dann sofort wieder zum Arzt.
Erste Hilfe nach einem Rattenbiss
- Ausspülen: Halte die Wunde mehrere Minuten unter fließendes, möglichst lauwarmes Wasser und wasche sie mit Seife aus. Das entfernt einen großen Teil der Keime.
- Bluten lassen: Eine leichte Blutung spült zusätzlich. Stärkere Blutungen stillst du mit einer sauberen Kompresse und leichtem Druck.
- Desinfizieren: Trage ein Wunddesinfektionsmittel aus der Hausapotheke auf.
- Abdecken: Decke die Wunde mit einem sterilen Pflaster oder Verband ab. Verschließe sie nicht selbst mit Klammerpflastern.
- Arzt aufsuchen: Geh noch am selben Tag zum Arzt. Nimm den Impfpass mit und erzähle, wie und wo der Biss passiert ist.
Fange die Ratte nach einem Biss nicht selbst, um sie untersuchen zu lassen. Das erhöht nur das Risiko eines weiteren Bisses.
Warum ein Rattenbiss ärztlich versorgt werden sollte
Rattenzähne sind lang und spitz. Die Wunde wirkt oft harmlos, reicht aber tief und schließt sich schnell, wodurch Keime eingeschlossen werden. Im Maul von Ratten leben Bakterien, die Wundinfektionen auslösen können. Der Arzt prüft, ob die Wunde gereinigt oder offen behandelt werden muss, ob dein Tetanusschutz aktuell ist und ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist.
Welche Infektionen drohen können
Die meisten Rattenbisse heilen bei guter Versorgung ohne Folgen. Trotzdem solltest du die möglichen Infektionen kennen, damit du Warnzeichen erkennst. Einen ausführlichen Überblick gibt der Ratgeber Krankheiten durch Ratten.
| Erkrankung | Übertragung | Mögliche Anzeichen |
|---|---|---|
| Wundinfektion | Bakterien aus Maul und Umgebung | Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter, zunehmender Schmerz |
| Rattenbissfieber | Bakterien im Speichel, auch durch Kratzer | Fieber, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautausschlag, meist innerhalb von Tagen bis etwa drei Wochen |
| Tetanus | Erreger aus Erde und Schmutz in der Wunde | Muskelsteifheit, Krämpfe, Kieferklemme |
| Leptospirose | Vor allem über Rattenurin, selten über Bisse | Grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen |
Tollwut spielt bei Ratten in Deutschland nach derzeitigem Kenntnisstand praktisch keine Rolle. Ob eine weitere Abklärung nötig ist, entscheidet der Arzt, zum Beispiel nach einem Biss im Ausland.
Wie es zu Rattenbissen kommt
Wilde Ratten sind scheu und greifen Menschen normalerweise nicht an. Bisse passieren fast immer, wenn ein Tier in die Enge getrieben oder angefasst wird. Typische Situationen:
- Beim Umgang mit einer Lebendfalle, wenn Finger durch das Gitter kommen.
- Beim Versuch, eine Ratte mit der Hand zu fangen oder zu vertreiben.
- Beim Aufräumen in Kellern oder Schuppen, wenn eine Ratte überrascht wird.
- Bei schlafenden Kleinkindern in stark befallenen Gebäuden, was in Deutschland sehr selten ist.
- Bei Heimratten, die erschrecken oder falsch angefasst werden.
Mehr zum Verhalten in Bedrängnis erklärt der Ratgeber Verhalten von Ratten.
Bisse vermeiden
- Fasse nie eine lebende oder scheinbar tote Ratte mit bloßen Händen an.
- Trage bei Lebendfallen feste, bissfeste Handschuhe und halte die Falle nur am Griff, etwa mit bissfesten Lederhandschuhen*.
- Lass einer Ratte im Raum immer einen Fluchtweg und treibe sie nicht in eine Ecke.
- Bei Fallen mit Schlagbügel: sicher spannen, Finger nie in den Schlagbereich bringen.
- Bei Befall in Wohnräumen, besonders mit Kleinkindern, zügig handeln und gegebenenfalls einen Schädlingsbekämpfer beauftragen.
Wie du einen Befall sicher und dauerhaft beseitigst, zeigt der Ratgeber Ratten bekämpfen. Hintergrundwissen zur Biologie findest du unter Wissen über Ratten.
Häufige Fragen
Muss ich nach einem Rattenbiss immer zum Arzt?
Ja, das ist empfehlenswert, auch bei kleinen Bissen. Der Arzt prüft Wunde und Tetanusschutz und entscheidet, ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist. Mit einer frühen Versorgung lassen sich die meisten Komplikationen vermeiden.
Wie schnell zeigt sich eine Infektion nach einem Rattenbiss?
Eine Wundinfektion zeigt sich oft innerhalb von ein bis zwei Tagen durch Rötung und Schwellung. Rattenbissfieber kann sich nach einigen Tagen bis etwa drei Wochen bemerkbar machen. Achte in dieser Zeit auf Fieber und Ausschlag.
Kann mich meine Heimratte krank machen?
Auch Heimratten können Bakterien übertragen, die Rattenbissfieber auslösen. Spüle und desinfiziere auch kleine Bisse gründlich und frage bei Beschwerden einen Arzt.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?
Die ärztliche Behandlung einer Bissverletzung ist eine normale Kassenleistung. Bei einem Biss im Zusammenhang mit der Arbeit meldest du ihn zusätzlich dem Arbeitgeber, damit die Unfallversicherung zuständig sein kann.