Krankheiten durch Ratten

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Diese Seite enthält Affiliate-Links (mit * markiert). Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich.

Ratten können Krankheiten auf Menschen übertragen, vor allem über Urin, Kot, Bisse und verunreinigte Lebensmittel. In Deutschland sind Leptospirose und Salmonellen die bekanntesten Beispiele. Das Risiko im Alltag ist gering, wenn du beim Umgang mit Fallen, Kot und toten Tieren konsequent auf Hygiene achtest.

Kurz gesagt

Die wichtigsten Ratten-Krankheiten in Mitteleuropa sind Leptospirose, Salmonellose, Rattenbissfieber und seltener Infektionen mit Hantaviren oder Kuhpockenviren. Übertragen werden sie meist indirekt über Urin und Kot. Schutz bieten Einweghandschuhe, feuchtes statt trockenes Reinigen, Desinfektion und gründliches Händewaschen. Bei Fieber nach Rattenkontakt oder nach einem Biss gehört der Hinweis „Kontakt mit Ratten“ in jedes Arztgespräch.

Wie Ratten Krankheiten übertragen

Ratten selbst sind oft nicht sichtbar krank. Sie tragen Erreger im Darm, in den Nieren oder im Speichel und scheiden sie über Urin und Kot aus. Wanderratten leben häufig in Kanalisation, an Müllplätzen und in Ställen und kommen dabei mit vielen Keimen in Kontakt. Was sie fressen und wo sie suchen, erklärt Was fressen Ratten?.

Die wichtigsten Ratten-Krankheiten im Überblick

ErkrankungErregerTypischer ÜbertragungswegVorkommen in Deutschland
Leptospirose (schwere Form: Morbus Weil)Bakterien (Leptospiren)Urin, verunreinigtes Wasser und Erdeselten, gemeldete Fälle jedes Jahr
SalmonelloseBakterien (Salmonellen)verunreinigte Lebensmittel, Kothäufig, Ratten sind eine von vielen Quellen
RattenbissfieberBakterien (u. a. Streptobacillus)Biss, Kratzer, selten Lebensmittelselten
Hantavirus-InfektionViren (u. a. Seoulvirus bei Ratten)eingeatmeter Staub aus Kot und Urinbei Ratten selten, hierzulande meist über Rötelmäuse
KuhpockenVirendirekter Kontakt, auch über Haustierrattensehr selten
Parasiten (Bandwürmer, Flöhe)verschiedeneKot, verunreinigte Lebensmittel, Flohstichevereinzelt

Die Tabelle ersetzt keine ärztliche Diagnose. Krankheitsverläufe reichen von symptomlos über grippeähnliche Beschwerden bis zu schweren Erkrankungen. Wer Fieber, Muskelschmerzen oder Durchfall nach Kontakt mit Ratten oder deren Hinterlassenschaften bekommt, sollte das in der Arztpraxis ausdrücklich erwähnen.

Wer besonders aufpassen sollte

Für diese Gruppen gilt: Spuren nicht selbst beseitigen, wenn es sich vermeiden lässt, und bei größerem Befall früh einen Schädlingsbekämpfer einschalten. Am Arbeitsplatz gelten zusätzlich die Vorgaben des Arbeitgebers.

Auch Haustiere sind betroffen. Hunde können sich mit Leptospiren anstecken, wenn sie aus Pfützen trinken oder an Rattenurin schnüffeln. Katzen, die Ratten fangen, nehmen Würmer und Flöhe auf. Frag deine Tierarztpraxis nach passenden Impfungen und Entwurmungsintervallen, wenn in der Umgebung Ratten unterwegs sind. Futternäpfe und Wasserschalen sollten nicht über Nacht draußen stehen, da Ratten dort fressen und trinken und dabei Urin hinterlassen können.

Schutz beim Fangen und Reinigen

  1. Ausrüstung. Einweghandschuhe aus Nitril, bei viel Kot oder in engen Räumen zusätzlich eine FFP2-Maske. Geeignet sind zum Beispiel Einweghandschuhe aus Nitril*.
  2. Lüften. Geschlossene Räume vorher 30 Minuten lüften.
  3. Feucht arbeiten. Kot und Nistmaterial mit Reinigungs- oder Desinfektionsmittel einsprühen, einige Minuten einwirken lassen, dann mit Küchenpapier aufnehmen. Nie trocken fegen oder staubsaugen.
  4. Tote Ratten. Mit Handschuhen oder einer umgestülpten Tüte aufnehmen, in einen zweiten Beutel geben, verschließen und im Restmüll entsorgen, sofern deine Gemeinde nichts anderes vorgibt.
  5. Fallen reinigen. Mit heißem Wasser und Spülmittel säubern, anschließend desinfizieren.
  6. Abschluss. Handschuhe ausziehen, ohne die Außenseite zu berühren, Hände gründlich mit Seife waschen.

Fallen, die Ratten sofort töten und die du selten berühren musst, senken das Risiko zusätzlich. Wie du eine Schlagfalle sicher aufstellst und leerst, erfährst du unter Rattenfalle aufstellen.

Wann Behörden ins Spiel kommen

Weil Wanderratten als Gesundheitsschädlinge gelten, schreiben viele Gemeinden vor, einen Befall zu melden und zu bekämpfen. Zuständig sind je nach Ort das Ordnungsamt oder das Gesundheitsamt, und die Regeln unterscheiden sich zwischen Bundesländern und Kommunen. In Mietwohnungen informierst du zusätzlich den Vermieter. Den Weg vom Verdacht zur Bekämpfung beschreiben Rattenbefall erkennen und Ratten bekämpfen. Mehr Hintergrund zu Lebensweise und Arten findest du unter Wissen über Ratten.

Häufige Fragen

Kann man sich durch Rattenkot anstecken?

Ja, vor allem wenn getrockneter Kot aufgewirbelt und eingeatmet wird oder Lebensmittel verunreinigt sind. Deshalb Kot immer feucht aufnehmen und betroffene Lebensmittel wegwerfen.

Welche Krankheit übertragen Ratten am häufigsten?

Genaue Zahlen pro Überträger gibt es kaum. Leptospirose gilt als typische Rattenkrankheit, Salmonellen sind insgesamt häufiger, stammen aber aus vielen Quellen.

Sind Ratten im Garten gefährlich für Kinder?

Ein direkter Angriff ist sehr unwahrscheinlich. Das Risiko liegt in Kot und Urin im Sandkasten, an Beeten oder am Kompost. Sandkasten abdecken, Hände nach dem Spielen waschen und den Befall bekämpfen.

Muss ich nach Kontakt mit einer Ratte zum Arzt?

Nach einem Biss oder Kratzer ja. Nach bloßem Kontakt mit Spuren reicht in der Regel gründliches Händewaschen. Treten danach Fieber oder andere Beschwerden auf, sprich mit deiner Arztpraxis und erwähne den Rattenkontakt.