Rattennest finden und richtig handeln

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Ein Rattennest ist ein lockeres Knäuel aus zernagtem Material, meist versteckt in einem Erdbau, in Dämmung oder hinter Gerümpel. Wer ein Rattennest findet, hat es fast immer mit einem etablierten Befall mit Jungtieren zu tun. Entferne es nicht ungeschützt, denn Kot, Urin und Staub im Nest können Krankheitserreger enthalten.

Kurz gesagt

Wanderratten nisten bevorzugt in selbst gegrabenen Bauen unter Fundamenten, Terrassen, Kompost und Holzstapeln, Hausratten eher in Dachböden und Zwischendecken. Ein Nest besteht aus Papier, Stoff, Dämmwolle, Stroh oder Laub. Fass es nicht an, bekämpfe zuerst die Ratten rund um das Nest und entferne es danach mit Handschuhen, FFP2-Maske und Desinfektionsmittel. Bei Nestern in Gebäuden oder mit Jungtieren ist ein Schädlingsbekämpfer meist die bessere Wahl.

Wie sieht ein Rattennest aus?

Ratten bauen kein kunstvolles Nest wie Vögel. Sie tragen weiche Materialien zusammen und zerkleinern sie zu einem kugeligen oder flachen Polster von etwa 20 bis 30 cm Durchmesser. Typisch sind:

Rund um das Nest findest du meist reichlich Kot, angefressene Futterreste und einen starken, stechenden Geruch nach Urin. Rattenkot ist 1 bis 2 cm lang und spindelförmig, Mäusekot deutlich kleiner. Wie du Kot sicher zuordnest, erklärt Rattenkot.

Rattennest finden: Wo Ratten nisten

OrtTypische ArtHinweise
Erdbau unter Fundament, Terrasse, GartenhausWanderratteLöcher von 6 bis 10 cm, ausgetretene Pfade, Erdauswurf
Komposthaufen, Holz- und LaubstapelWanderratteGänge im Kompost, Fraßspuren an Küchenabfällen
Keller, Schuppen, Garage hinter GerümpelWanderratteKotansammlungen, zernagte Kartons, Schmierspuren
Dachboden, Zwischendecke, HohlwandEher HausratteKratzgeräusche nachts, herausgezogene Dämmung
Hühnerstall, KaninchenstallWanderratteGänge unter dem Stallboden, verschwundenes Futter

Die Wanderratte ist in Deutschland weit verbreitet und lebt meist bodennah. Die Hausratte ist seltener und klettert besser, deshalb nistet sie höher. Wie du beide Arten unterscheidest, steht unter Wanderratte oder Hausratte. Liegt das Nest in einem Erdbau, findest du die Merkmale eines Baus unter Rattenbau erkennen.

Ein guter Suchtipp: Folge den Spuren. Ratten bleiben oft in einem Umkreis von wenigen Dutzend Metern um ihr Nest. Schmierspuren an Wänden, Trampelpfade im Gras und frische Nagespuren führen dich in Richtung Nest. Mehr dazu unter Rattenspuren.

Ein Nest ist nicht immer leer, nur weil es still ist. Ratten sind tagsüber oft im Bau. Frischer, weicher und dunkler Kot sowie frisch zernagtes Material sprechen für ein bewohntes Nest, grauer, bröseliger Kot und Staub eher für ein altes.

Warum du das Nest nicht sofort entfernst

Drei Gründe sprechen dagegen, ein Nest einfach auszuräumen:

So gehst du vor

  1. Abstand halten. Nest nicht anfassen, Kinder und Haustiere fernhalten. Stelle wenn möglich fest, ob Tiere aktiv sind, etwa durch Geräusche oder frischen Kot.
  2. Ratten bekämpfen. Rund um das Nest an den Laufwegen mehrere Schlagfallen in Rattengröße aufstellen, bei Haustieren in einer Köderstation. Erst vorködern, dann scharf stellen. Hinweise unter Rattenfalle aufstellen.
  3. Abwarten. Fallen so lange aktiv lassen, bis eine bis zwei Wochen lang keine frischen Spuren mehr auftauchen.
  4. Schützen. Einweghandschuhe, FFP2- oder FFP3-Maske, langärmelige Kleidung. Raum vorher 30 Minuten lüften.
  5. Anfeuchten. Nest und Kot mit Desinfektionsmittel oder Wasser mit Haushaltsreiniger gründlich besprühen und einwirken lassen.
  6. Entsorgen. Material mit Papier oder einer Schaufel in einen Müllbeutel geben, verschließen, zweiten Beutel darüber, ab in den Restmüll.
  7. Nachreinigen. Fläche feucht wischen und desinfizieren, Handschuhe und Maske entsorgen, Hände gründlich waschen.
  8. Zugänge schließen. Löcher mit Drahtgeflecht, Lochblech oder Mörtel verschließen, damit keine neuen Tiere einziehen.

Wann du einen Profi holen solltest

Ein Schädlingsbekämpfer ist sinnvoll, wenn das Nest in einer Wand, Zwischendecke oder Dämmung liegt, wenn du mehrere Nester oder Baue findest oder wenn trotz Fallen nach zwei bis drei Wochen keine Besserung eintritt. Auch in Mietwohnungen gilt: Informiere den Vermieter, denn der Befall betrifft meist das ganze Haus. Ob in deiner Gemeinde eine Meldepflicht besteht, fragst du beim Ordnungsamt oder Gesundheitsamt nach, die Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Grundlegende Strategien findest du unter Ratten bekämpfen, weitere Anzeichen eines Befalls unter Rattenbefall erkennen.

Häufige Fragen

Wie viele Ratten leben in einem Nest?

Das ist sehr unterschiedlich. Ein Wurf umfasst häufig sechs bis zwölf Junge, dazu kommen die Alttiere. In einem Bausystem können mehrere Weibchen mit Nachwuchs leben.

Kommen Ratten zu ihrem Nest zurück, wenn ich es entferne?

Oft ja, oder sie bauen in unmittelbarer Nähe ein neues. Deshalb bekämpfst du zuerst die Ratten und verschließt danach die Zugänge.

Kann ich ein Rattennest im Kompost einfach umgraben?

Davon ist abzuraten, solange Ratten aktiv sind. Du verteilst Erreger und vertreibst die Tiere nur. Stelle erst Fallen in einer Köderstation auf und setze den Kompost danach mit Drahtgeflecht am Boden neu auf.