Ratten gehen nicht in die Falle – was tun?

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Wenn Ratten nicht in die Falle gehen, liegt es fast immer an einem dieser Gründe: Fallenscheu, falscher Standort, ein unattraktiver Köder oder zu viel anderes Futter in der Nähe. Mit Vorködern, besserer Platzierung und mehr Fallen bekommst du die meisten Fälle in ein bis zwei Wochen in den Griff.

Kurz gesagt
  • Fallen zwei bis vier Tage ungespannt vorködern.
  • Direkt an den Laufweg stellen, quer zur Wand.
  • Andere Futterquellen entfernen, sonst ist der Köder uninteressant.
  • Mit Handschuhen arbeiten und mehrere Fallen gleichzeitig aufstellen.

Warum Ratten Fallen meiden

Wanderratten sind neophob: Neue Gegenstände in ihrem Revier meiden sie zunächst, manchmal tagelang. Das ist ein Überlebensvorteil, denn ein Tier, das ein Risiko wittert, warnt durch sein Verhalten auch die anderen. Hat eine Ratte eine Falle überlebt, etwa weil sie nur eingeklemmt wurde, kann die Gruppe den Standort dauerhaft meiden.

Hinzu kommt: Ratten fressen bevorzugt, was sie kennen. Ein ungewohnter Köder in einem neuen Objekt ist doppelt verdächtig.

Ratten gehen nicht in die Falle: Ursachen und Lösungen

UrsacheErkennungszeichenLösung
FallenscheuSpuren in der Nähe, aber keine an der FalleUngespannt vorködern, Falle mehrere Tage am selben Ort lassen
Falscher StandortFrischer Kot an anderer Stelle, Falle unberührtDirekt auf den Laufweg stellen, quer zur Wand
Zu viel anderes FutterOffener Müll, Kompost, Vogelfutter, TierfutterFutterquellen ein bis zwei Wochen konsequent entfernen
Uninteressanter KöderKöder bleibt unberührt oder vertrocknetKöder wechseln, Nahrung aus der Umgebung nutzen
MenschengeruchFalle wird umgangen, obwohl sie am Laufweg stehtHandschuhe tragen, Falle mit Umgebungserde abreiben
Zu wenige FallenEinzelfang, danach StillstandMehrere Fallen im Abstand von einigen Metern
Falle schreckt durch FehlfangFalle ausgelöst, aber leer, danach keine AnnäherungFalle reinigen, Standort leicht versetzen, stärkere Falle nutzen

Vorködern: der wichtigste Schritt

Vorködern heißt, die Falle mit Köder, aber ungespannt aufzustellen. Die Ratten lernen so, dass das Objekt harmlos ist und Futter liefert. Erst wenn der Köder zwei bis drei Nächte hintereinander verschwindet, spannst du die Falle. Das dauert meist zwei bis vier Tage, bei sehr vorsichtigen Gruppen auch eine Woche.

  1. Einweghandschuhe anziehen und die Falle ungespannt an den Laufweg stellen.
  2. Eine kleine Menge Köder ins Köderfach und etwas daneben legen.
  3. Täglich prüfen, ob der Köder angenommen wurde, und nachfüllen.
  4. Nach zwei bis drei Nächten mit Fraß die Falle spannen, Köder nur noch ins Fach.
  5. Täglich kontrollieren und Ergebnis notieren.

Die Methode im Detail findest du unter Vorködern.

Standort korrigieren

Ratten laufen mit Körperkontakt an Wänden entlang, hinter Möbeln, an Kellerwänden oder entlang von Zäunen. Eine Falle mitten im Raum wird oft ignoriert. Stelle Schlagfallen quer zur Wand, das Köderfach zur Wand. Lebendfallen und elektrische Fallen stellst du längs an die Wand, mit der Öffnung in Laufrichtung.

Wo genau die Tiere entlanglaufen, verraten Kot, Schmierspuren und Fraßreste. Hilfe beim Lesen dieser Hinweise gibt die Seite Rattenbefall erkennen. Grundsätzliche Regeln zur Platzierung stehen unter Rattenfalle aufstellen.

Köder und Konkurrenz durch Futter

Solange Ratten satt werden, haben sie keinen Grund, ein Risiko einzugehen. Entferne deshalb während der Bekämpfung alle frei zugänglichen Futterquellen: Mülltonnen schließen, Kompost abdecken, Vogelfutter und Tierfutter über Nacht wegräumen. Erst dann wird der Köder interessant.

Bewährt sind Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme, Walnüsse, Trockenwurst oder Speck. Oft wirkt genau das Futter am besten, das die Ratten gerade fressen, etwa Hühnerfutter im Stall. Weitere Ideen findest du unter Köder für Rattenfallen.

Fallenzahl und Fallentyp überprüfen

Eine einzelne Falle reicht bei einem Befall selten. Stelle in jedem betroffenen Bereich mindestens zwei bis vier Fallen auf, im Abstand von einigen Metern an verschiedenen Laufwegen. Welche Anzahl sinnvoll ist, erklärt Wie viele Fallen?.

Wenn eine Falle wiederholt auslöst, ohne zu töten, lernen die Ratten daraus. Nutze nur echte Rattenfallen mit kräftiger Feder. Eine Schlagfalle aus Kunststoff mit großem Köderfach ist für die meisten Situationen eine gute Grundlage.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine Ratte in die Falle geht?

Mit Vorködern meist zwei bis sieben Tage. Sehr vorsichtige Gruppen brauchen manchmal zwei Wochen. Wichtig ist, die Falle in dieser Zeit nicht ständig zu versetzen.

Riechen Ratten, dass ein Mensch die Falle angefasst hat?

Ratten haben einen sehr guten Geruchssinn und nehmen Menschengeruch wahr. Ob das allein einen Fang verhindert, ist umstritten, es kann das Misstrauen aber verstärken. Handschuhe sind ohnehin aus hygienischen Gründen sinnvoll.

Warum ist der Köder weg, aber keine Ratte in der Falle?

Entweder hat die Ratte den Köder ohne Auslösung gefressen oder die Falle ist zu schwergängig eingestellt. Nimm weniger Köder, drück ihn fest ins Fach und prüfe die Auslöseempfindlichkeit mit einem Bleistift.

Kann ich die Falle zu oft versetzen?

Ja. Jeder neue Standort startet das Misstrauen von vorn. Lass eine Falle mindestens fünf bis sieben Tage an einem Ort, bevor du sie versetzt, außer du siehst klare Spuren an anderer Stelle.