Eimerfalle ohne Wasser
Eine Eimerfalle ohne Wasser ist eine Lebendfalle: Die Ratte fällt über eine Wippe oder Rolle in einen leeren Eimer und kann nicht mehr herausklettern. Anders als die Variante mit Wasser ertrinkt das Tier nicht. Damit die trockene Eimerfalle tierschutzgerecht bleibt, musst du sie aber mindestens zweimal täglich kontrollieren und vorher wissen, was mit dem gefangenen Tier passiert.
- Nur der trockene Eimer ist vertretbar. Wasser im Eimer bedeutet Ertrinken und ist nicht tierschutzkonform.
- Der Eimer muss hoch und glattwandig sein, grob 60 cm oder mehr, sonst springt die Ratte heraus.
- Kontrolle mindestens morgens und abends, Schutz vor Hitze, Kälte und Regen.
- Freilassen ist rechtlich und praktisch problematisch. Plane vorher, ob ein Schädlingsbekämpfer das Tier übernimmt.
- Für die meisten Haushalte ist eine geprüfte Lebendfalle oder eine Schlagfalle die bessere Wahl.
So funktioniert die Eimerfalle ohne Wasser
Das Prinzip ist bei allen Varianten gleich. Über dem Eimer liegt eine Wippe, ein Klappdeckel oder eine drehbare Rolle mit Köder. Die Ratte läuft über eine Rampe hinauf, betritt die Wippe und kippt in den Eimer. Die Wippe stellt sich zurück, die Falle ist wieder fängig. Im Gegensatz zur klassischen Eimerfalle bleibt der Boden trocken.
Viele Anleitungen im Netz zeigen den Eimer mit Wasser. Davon raten wir ausdrücklich ab. Das Tier ertrinkt dabei nicht sofort, sondern kämpft oft minutenlang. Das widerspricht dem Tierschutzgesetz, das vermeidbare Schmerzen und Leiden bei Wirbeltieren verbietet.
Was der Eimer leisten muss
| Anforderung | Richtwert | Grund |
|---|---|---|
| Höhe | etwa 60 cm oder mehr, z. B. Mörtelkübel mit Aufsatz oder Regentonne | Wanderratten springen aus dem Stand oft mehr als einen halben Meter hoch |
| Wände | glatter Kunststoff oder Metall, keine Rillen, keine Griffe innen | Ratten klettern an jeder rauen Fläche |
| Abdeckung | teilweise abgedeckt, Luftzirkulation offen | Schutz vor Regen und direkter Sonne |
| Boden | trocken, mit etwas Einstreu wie Stroh oder Zeitung | Vermeidet Unterkühlung und Verletzungen beim Fall |
| Standort | schattig, frostfrei, nicht in praller Sonne | Ein Kunststoffeimer heizt sich in der Sonne stark auf |
Aufbau Schritt für Schritt
- Eimer vorbereiten. Innen reinigen, glatte Wände prüfen, eine Handvoll Stroh auf den Boden legen.
- Wippe montieren. Ein leichtes Brett oder eine handelsübliche Kippwippe auf den Rand setzen. Sie muss nach dem Auslösen selbstständig zurückschwingen.
- Rampe anlegen. Ein raues Brett im flachen Winkel vom Boden zum Eimerrand, an der Wand entlang, wo Ratten laufen.
- Vorködern. Wippe einige Tage blockieren und Köder auf Rampe und Wippe legen. Ratten gewöhnen sich an das neue Objekt.
- Fängig stellen. Blockierung lösen, Köder ans Ende der Wippe. Bewährte Köder sind Erdnussbutter, Nüsse oder Haferflocken.
- Kontrollieren. Mindestens morgens und abends. Bei Hitze oder Frost häufiger.
Was nach dem Fang passiert
Diese Frage musst du vor dem Aufstellen beantworten. Lebend gefangene Wanderratten gelten als Gesundheitsschädlinge. Sie einfach im Wald oder auf einem Feld auszusetzen, ist in vielen Gemeinden rechtlich problematisch und verlagert das Problem nur. Ausgesetzte Ratten finden sich in fremdem Revier oft schlecht zurecht oder kehren zurück.
- Wenn du keine Lösung für das gefangene Tier hast, dann nimm lieber eine sofort tötende Schlagfalle.
- Wenn ein Schädlingsbekämpfer den Befall betreut, dann sprich mit ihm ab, ob er Lebendfänge übernimmt.
- Wenn du unsicher bist, welche Regeln vor Ort gelten, dann frag beim Ordnungsamt nach. Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde.
Hygiene beim Umgang mit dem Eimer
Ratten können Leptospiren, Salmonellen und andere Erreger mit Urin und Kot ausscheiden. Trage beim Kontrollieren und Leeren Einweghandschuhe und fass das Tier nie direkt an. Nach jedem Fang leerst du die Einstreu in einen verschlossenen Beutel, wäschst den Eimer mit heißem Wasser und Reinigungsmittel aus und desinfizierst ihn. Kot nicht trocken auskehren, sondern vorher befeuchten. Danach gründlich Hände waschen.
Eimerfalle oder gekaufte Lebendfalle?
Eine gekaufte Drahtgitter-Lebendfalle hat gegenüber dem Eimer mehrere Vorteile: Das Tier ist sofort sichtbar, es fängt jeweils nur eines, und du kannst die Falle zur Übergabe transportieren, ohne das Tier anzufassen. Die Eimerfalle eignet sich eher für Ställe oder Scheunen mit vielen Tieren, in denen täglich jemand vor Ort ist. Mehr zu geschlossenen Käfigfallen unter Lebendfalle. Einen Überblick über alle Bauarten bietet der Rattenfallen-Vergleich.
Häufige Fragen
Ist eine Eimerfalle ohne Wasser erlaubt?
Als Lebendfalle ist sie nicht grundsätzlich verboten, wenn das Tier nicht leidet. Das setzt tägliche, besser zweimal tägliche Kontrollen, Schutz vor Witterung und eine geklärte Weiterbehandlung voraus. Örtliche Regeln können abweichen.
Kann eine Ratte aus dem Eimer springen?
Ja, wenn der Eimer zu niedrig ist. Ein normaler 10-Liter-Eimer reicht nicht. Nimm hohe, glattwandige Behälter mit etwa 60 cm Höhe oder mehr.
Warum keine Eimerfalle mit Wasser?
Weil das Tier dabei ertrinkt und oft minutenlang leidet. Das ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar. Für die Bekämpfung gibt es sofort tötende Fallen.